Das Buch

Von Wölfen und Bären.

Hochsensibilität, Autismus, AD(H)S & Co

 

Immer mehr Kinder gelten als verhaltensauffällig. Immer häufiger erhalten sie psychosoziale Diagnosen, gelten als gestört, krank oder gar seelisch behindert. Doch was machen die Familien mit den getroffenen Diagnosen und was machen die Diagnosen mit den Familien?
„Bin ich schuld?“ und „Was ist nur los mit unseren Kindern?“ sind Fragen, die Verena Karl und Eduard Sadžakov in ihrer Arbeit als Familientherapeuten schon von vielen Eltern gehört haben. Fragen, die oft mit großer Verzweiflung und langen Leidensgeschichten einhergehen.

Mit ihrem Sachbuch „Von Wölfen und Bären“ wollen Karl und Sadžakov diesen Leidensdruck lindern und den Blick endlich umkehren. Sie wollen nicht mehr nach individuellen Gründen fragen, sondern nach den Bedingungen, die unser Zusammenleben formen. Denn die betroffenen Kinder werden noch immer als Abweichung von der Norm behandelt – obwohl Autismus, AD(H)S, Legasthenie etc. zum normalen Spektrum der menschlichen Diversität gehören.

Mit dem Modell vom anpassungsfähigen Wolf und dem empfindsamen Bär entwickeln die Autoren ein ganz neues Verständnis für menschliche Unterschiede. In drei Teilen („Der Konflikt“ – „Die Umdeutung“ – „Die Versöhnung“) erläutern sie in ihrem Buch, was ein hochsensibles Gehirn mit Autismus zu tun hat, warum Wölfe und Bären beide wichtig für die Gesellschaft sind und wie wir die Lebensbedingungen für alle Menschen verbessern können, statt die Menschen verbessern zu wollen. Echte Fallgeschichten von Familien zeigen dazu eindringlich, wie nötig dieser neue Ansatz ist.

Gerade im mompox Verlag erschienen …
ISBN: 978-3-948070-25-0
Softcover, 208 Seiten
18 Euro
Jetzt überall im Buchhandel erhältlich oder [hier] bestellen.

Das Buch als Podcast

Dieser Podcast ist eine ungekürzte Lesung des Buchs „Von Wölfen und Bären – Hochsensibilität, Autismus, AD(H)S & Co“ von Verena Karl und Eduard Sadzakov. Gelesen von Björn Landberg, produziert von Dreamwalk Audio.

Das Hörbuch

gelesen von Philine Lissner

Rezensionen

Meine Vertrautheit mit zwei wundervollen Tieren ... oder wie dieses Buch den wichtigsten Platz auf meinem Nachtisch eingenommen hat ...

von Simone Tuena-Küpfer

https://simone-tuena-kuepfer.net/buchrezensionen

Beim Betrachten des zweigesichtigen, aber doch einheitlichen Titelbildes des Buchs von Verena Karl und Eduard Sadžakov hatte ich sofort das Gefühl, dass mir der Wolf mit einem Auge und der Bär mit dem anderen Auge direkt ins Herz und gleichzeitig auch ins Gehirn schauen. Dies löste bei mir eine wohltuende Vertrautheit sowie eine angenehme Erleichterung aus. Woher kommen diese Gefühle, bevor ich überhaupt das Buch aufgeschlagen habe und dessen Inhalte kenne?

Beim Lesen der ersten Seiten verspürte ich umgehend eine aufbauende Kraft – und somit eine erste, klare Stärke dieses Buches – nämlich das literarische Arbeiten mit verschiedenen Metaphern der Autor*innen. Einen Meltdown mit einem Vulkanausbruch oder das Kaffeebrühen mit dem Filtersystem mit unserem individuellen Gehirn zu vergleichen, ist für mich als Autistin ein sehr hilfreiches und klar verständliches Bild.

Das Heranführen der neurotypischen oder neurodivergenten Lesenden an ein gemeinsames Verständnis der Neurodiversität erachte ich als eine zweite Stärke dieses Buches (Neurodiversität wird als neurologische Diversität bezüglich neurobiologischer und neurophysiologischer Unterschiede der menschlichen Disposition beschrieben). Ein grundlegender Unterschied ist der bereits erwähnte (Kaffee-)Filter unseres individuellen Gehirns, welcher zu einer anderen Wahrnehmung, einer anderen Kognition und Kommunikation, zu anderen Lernprozessen und einem anderen Verhalten von neurotypischen und neurodivergenten Individuen führt. Diese unterschiedliche Filterung ist ein Grund dafür, warum zum Beispiel neurodivergente Autist*innen über einen ganz eigenen, sensitiven Energiehaushalt verfügen. Diese Sensitivität und somit Angreifbarkeit können in der Bildung, im Beruf sowie im Alltag infolge des gegenseitigen Unverständnisses zu unnötigen Konflikten führen. Davon sind Angehörige, Mitarbeitende, Lehrpersonen und Freunde betroffen. Sie benötigen Übersetzungshilfen für eine gemeinsame Sprache und ein glückendes Zusammenleben. Solche Übersetzende würde auch ich mir ab und zu für meine eigene Familie wünschen, weil es für mich als autistische Mutter und Ehefrau manchmal eine große Herausforderung ist, eine adäquate Sprache und somit eine neurodivers-sensible Kommunikation in der Familie zu finden.

Wie kommt es nun zu meiner Vertrautheit mit Wolf und Bär? Plötzlich erinnerte ich mich beim Lesen dieser wohl wichtigsten Metaphern an meine bisherigen Begegnungen mit dem Wolf und dem Bären. Meine erste Krafttierkarte, die ich bei einer Therapeutin vor 3 Jahren gezogen habe, war der Bär. Er steht für Schutz und Geborgenheit und braucht wie ich viel Zeit für Entspannung, um den eigenen Energiespeicher immer wieder auffüllen zu können. Dem Wolf begegnete ich ebenfalls bei einer Therapeutin, vor 5 Jahren, als ich im Rahmen des Zürcher Ressourcen Modells (ZRM) für ein besseres Selbstmanagement 1 Bild aussuchen musste. Unter sehr vielen Bildern zog mich sofort eine Karte mit dem Wolf an. Die Bewältigung des Alltags forderte mich damals sehr heraus, oft konnte ich keine adäquate Führung in meinem Leben übernehmen. Der Wolf diente also als visueller Unterstützer und verhalf mir zu mehr Führungskraft und Vertrauen in meine geistigen Fähigkeiten.

Wolf und Bär werden in dieser Geschichte als Metaphern für neurodiverse Individuen mit einer sanften und präzisen Sprache als zwei wundervolle Tiere beschrieben, welche über ganz unterschiedliche Merkmale, Bedürfnisse und Lebensgewohnheiten verfügen. Diese Übertragung auf uns Menschen mit ganz individuellen Filtern und Energiesystemen finde ich beeindruckend. Wie der Bär und der Wolf begleitet werden können für ein gesundes und zufriedenes Leben, für ein gemeinsames Stark-Sein und für ein gut dosiertes Wohlfühlen in der Gemeinschaft, wird sehr passend beschrieben: Der Wolf darf sich in seinem Rudel wohlfühlen, der Bär sich in seine Höhle in der Wildnis verkriechen und sich dort entspannen. Tiere wie der Wolf und der Bär brauchen für dieses gegenseitige Verständnis keine Sprache und keine Übersetzungshilfen, weil sie intuitiv handeln und weniger mit dem Verstand.

Ich hoffe, dass die Leser*innen diese Klarheit und diese angenehmen und vertrauten Gefühle beim Lesen des für mich aktuell besten Sachbuches zum Thema Neurodiversität, im Speziellen Autismus, auch entdecken! Danke Verena und Eduard, dass ihr Familien, Kinder und Erwachsene mit der systemischen Therapie unterstützt und so einen sehr wichtigen Beitrag dazu leistet, dass neurotypische und neurodivergente Familienmitglieder eine gemeinsame Sprache für mehr gegenseitiges Verständnis erlernen dürfen. Dieses Buch gehört definitiv in jedes Bücherregal von privaten und öffentlichen Bibliotheken. Denn wir alle haben, bewusst oder unbewusst, Berührungspunkte mit Hochsensibilität, Autismus, AD(H)S & Co.

Kundenstimmen

Ein Buch, das wirklich alle lesen sollten!

Ein unglaublich gutes Buch, das die Schwierigkeiten aller hochsensiblen Eltern und Kinder sehr einfühlsam beschreibt und auf wunderbare Weise die Brücke schlägt zwischen Hochsensibilität, Autismus und all den anderen heutigen Diagnosen unserer Kinder. Ich würde mir wünschen, dass alle Lehrer und Lehrerinnen dieses Buch lesen würden, dann würden die hochsensiblen Kinder in den Schulen vielleicht endlich mit ihren täglichen enormen Herausforderungen wahrgenommen und vor allem ernst genommen.
(Manuela Jochum)

Tolles Buch für Eltern

Das Buch liefert ein stimmiges Erklärmodell, warum neuroatypische Menschen immer wieder in unserer Gesellschaft überfordert sind. Enorm entlastendes Wissen für Eltern von Kindern mit ADS/ADHS und Aspergersyndrom. Sehr lesenswert!
(Gabriele Prehn)

Das Buch wird die Welt verändern …

Bitte, bitte, bitte lest dieses Buch! Ihr werdet es nicht bereuen und euer ganzes Denken wird sich verändern! Die Autoren schauen über den Tellerrand hinaus und haben etwas in ihrer Arbeit entdeckt, was die komplette Menschheit auf den Kopf stellen SOLLTE!
So feinfühlig, liebevoll und bodenständig, wie die beiden schreiben kommt es auch beim lesen rüber! Völlig auf Augenhöhe, sehr respektvoll und verbunden.

Wir sind eine Bärenfamilie und diese einfache Metapher hat zu sooooo viel mehr Liebe und Verständnis geführt. Wir sind drei völlig unterschiedliche Bären, aber ich danke den Autoren, dass ich gelernt habe, mit dieser Unterschiedlichkeit umzugehen und diese schätzen lernen konnte! Die eine Hälfte von uns Menschen passt nicht in diese rasante und hektische Welt!

Diese eine Hälfte versucht sich anzupassen, wird reingezwängt oder steht am Ende als „Außenseiter“ aus welchen Gründen auch immer, in dieser Welt. Wenn wir bereit sind, diese essenzielle Ansicht auf den Umgang mit unseren Mitmenschen und insbesondere mit unseren Kindern, zu verinnerlichen, dann wird die Welt ein riesen Stück liebevoller! Jeder Mensch ist anders, niemand lebt oder erlebt das Gleiche! Wie kann man dann eine Norm für den Menschen als solchen überhaupt vorgeben?! Ich habe während des Lesens geweint, gelacht und mir die Hand an den Kopf geschlagen … Und es ist kein Roman, sondern ein Sachbuch!

JEDER muss dieses Buch lesen! Ich wünsche mir, dass jeder dieses tiefe Verständnis für die Menschen in seiner Umgebung hat. Ich wünsche mir, dass Kinder in der Schule und im Kindergarten schon gesehen werden und sie so behandelt werden, wie es ihre Persönlichkeit braucht! Ich bin mir zu 100% sicher, dass die Welt ein besserer Ort werden wird, wenn wir sehen, wie wir Menschen WIRKLICH sind… Also seid ihr ein Bär oder seid ihr ein Wolf?
(Ina)